Leistungssport

Jeder Leistungssportler steht vor der täglichen Herausforderung, sportliche Erfolge zu erzielen und dabei gleichzeitig sein Unfallrisiko zu minimieren. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem, was der Leistungssportler leisten will und dem, was er tatsächlich leisten kann.

 

Der Leistungssport – Risiken erkennen und Verletzungen vermeiden

Verletzungen sind oft die Folge. Hier ein paar Zahlen der VBG:

  • Allein im Jahr 2005 mussten im Durchschnitt 13,5 % der Spieler verletzungsbedingt ausfallen. Das hat eine breit angelegte Studie der Ruhr-Universität Bochum ergeben.
  • 2011 zählte die Berufsgenossenschaft VBG insgesamt 30.000 Arbeitsunfälle bezahlter Sportler. Das sind 94 % aller in Sportvereinen registrierter Unfälle.
  • Junge Nachwuchstalente treten oft bereits mit einer „Verletzungskarriere“ in den Profisport ein.

Dabei unterscheiden sich die Verletzungen von Sportart zu Sportart. Während im Fußball meist der Oberschenkel, das Knie- und das Sprunggelenk in Mitleidenschaft gezogen werden, wird im Handball zudem die Schulter stark belastet. Kopfverletzungen, wie z. B. Gehirnerschütterungen treten vor allem beim Eishockey vermehrt auf.

Der Profisport gilt daher laut VBG als die Branche mit dem höchsten Unfallrisiko. Ein Risiko, dessen sich der Leistungssportler bewusst sein muss. Doch um diese „Risikokompetenz“ zu erwerben, bedarf es einer engen Zusammenarbeit mit Sportmediziner, Physiotherapeut und Trainer.

 

Die Aufgaben der Sportmedizin

Das gemeinsame Ziel ist es, durch Präventionsmaßnahmen den Leistungssportler vor Verletzungen zu schützen und ggf. nach Verletzungen wieder optimal aufzubauen. Zentrale Aufgaben der Sportmedizin im Leistungssport sind daher:

  • Leistungsdiagnostiken inkl. abgeleiteter individueller Trainingsempfehlungen. Mit Hilfe von insgesamt 15 Übungen können so individuelle Kraft-, Mobilitäts- und Koordinationsdefizite, sowie muskuläre Dysbalancen identifiziert und korrigierende Übungen abgeleitet werden.
  • Präventive Elemente zur Trainings- und Spielgestaltung. Dazu gehört z.B. sensomotorisches und koordinatives Training zur Vermeidung von Knie- und Springgelenksverletzungen. Auch spezifisches Kraft- und Bewegungstraining beugt Muskelverletzungen vor.
  • Return-to-train-Empfehlungen bzw. Return-to-play-Empfehlungen. Dabei kann sich der Sportmediziner auf die Ergebnisse der Leistungsdiagnostik berufen. Je nach Verletzungsart und –dauer müssen die 15 o.g. Übungen mehrfach über den gesamten Genesungszeitraum wiederholt werden. Basierend auf den ermittelten Werten kann der Sportmediziner eine fundierte Empfehlung abgeben.

 

Der integrierte Saisonablauf in Zusammenarbeit mit der VBG

Vor Saisonbeginn erfasst der betreuende Arzt oder Physiotherapeut bei jedem Spieler spezifische Leistungsparameter. Diese Parameter werden dann mit den Leistungsanforderungen der jeweiligen Sportart verglichen, wobei Körperbereiche, bei denen die Verletzungswahrscheinlichkeit und –schwere (also das Verletzungsrisiko) hoch sind, besonders berücksichtigt werden. Der untersuchende Arzt informiert den Trainer über die Differenzen zwischen Ist- und Soll-Status und gibt entsprechende Trainingsempfehlungen. Begleitet wird dies durch einen Physiotherapeuten, der auch bei kleineren Anlässen während der Saison mit dem Trainer kommuniziert und

Trainingsempfehlungen für einzelne Spieler gibt.

 

Auch nach einem Unfall gibt der Arzt, ggf. auch mit dem Physiotherapeuten, dem betroffenen Spieler und seinem Trainer Empfehlungen zu den Maßnahmen, um sinnvolle und verantwortbare Return-to-train- und Return-to-play-Zeitpunkte zu erreichen.